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M Pour Montréal 2009

M Pour Montréal 2009
Skyline, gesehen vom Mt. Royal, in der Sonnenbrille von Dijana Lakus (Radar-Festival, Kroatien)

 

Immer wieder schön ist es doch, wenn man in der Welt herum kommt. In meiner Eigenschaft als Pressesprecher des Haldern Pop Festivals habe ich deshalb die Einladung nach Montréal gerne angenommen und bin am 18. November 2009 mit Stefan Reichmann, dem Booker unseres niederrheinischen Festivalkleinods in den Flieger gestiegen.

 


Speedschmoozing heißt: alle 5 Minuten ein anderer Unbekannter, der dich zuquatscht und mit Tonträgern überschüttet. Höllenlärm, bis die Hupe ertönt.

 

In der Metropole am Sankt-Lorenzstrom sollten uns drei Tage und Nächte mit dem neuesten musikalischen Output der Musikszene von Quebec erwarten. Unsere totmüden Häupter durften wir standesgemäß auf die üppigen Pfühle des noblen OPUS-Hotels betten.

 


Das Theater Juste Pour Rire/ Just for Laughs direkt neben unserem Hotel fungierte als Hauptvenue.

 

Auffällig war bei unserem bereits dritten Montréal-Trip indes weniger das Musikprogramm, sondern eine Reihe außerordentlich herzlicher Begegnungen mit ungewöhnlich sympathischen Menschen und ein paar überraschend netten Kollegen.

 

M Pour Montréal 2009
The legendary Mikey scheuchte die Journaille per Megafon durch die Clubs.

 

Warum erschien uns das Programm so glanzlos? Nun, auch wenn das vielsprachige Quebec ideale Bedingungen für kulturelle Kreuzbestäubung bietet, einen Patrick Watson, eine Band wie Arcade Fire oder eine(n) Wainwright bringt diese quirlige Provinz nun mal nicht jedes Jahr hervor.

 


Beim Panel 'Germany's Music-industry' wurde uns einiges klar. Über Deutschland weiß man in Kanada nur wenig. Und wenig wussten wir Wessis auch über den deutschen Osten.
Von links nach rechts: M.Reinhard Bärenz (Radio Sputnik) Klaus Bönisch (KBK Konzert) Patrick Baillargeon (Moderation) Thomas Müller (Motor Radio/ itunes D) Stefan Reichmann (Haldern Pop Festival)

 

Ganz platt waren der Haldern-Booker und seine éminence grise über das Bombenstanding unseres Festivals in internationalen Fachkreisen. Meine Arbeit der letzten fast sieben Jahre hat also offensichtlich Früchte getragen. Fast fühlten wir uns schon ein bisschen prominent. Das Radiointerview (en francais!) für Radio Centre Ville über unser Festival und die Hintergründe unserer musikalischen Expedition hat Spaß gemacht. Aber Gott sei dank mussten wir noch nicht mit Sonnenbrille und hochgeschlagenem Mantelkragen durch unseren Kietz vom Le Plateau schleichen.

 


(Drums + Fotografie) Buchpräsentation 'Backstage' der Fotografin Jodoin Keaton (The Dears)

 

 

Eine Erwähnung wert waren:

Orange Orange wegen der explosiven Bühnenpräsenz von Sängerin, Perkussionistin, Tastenbiest und Gitarristin Sabrina Bellmare. Auf der allerletzten Afterparty im redlight district auf der Av. St Laurent (ganz weit unten) hatte ich das Vergnügen ihrer charmanten Gesellschaft. Stefan war so nett, mir die rassige Algerierin für ein kurzweiliges Stündchen zur Speedkonversation rüber zu schieben... Kernaussagen: „Oh, you got muscles!“ und „But yeeees, I’d love to go to Berlin!“

M Pour Montréal 2009
Hammer. Sabrina Bellmare

www.myspace.com/orangeorangeduo

 

Think About Life wurden wegen der mitreißenden, xtradry, soulgeladenen Darbietung ihrer sehr speziellen Discohouse-Version ganz zu Recht bejubelt.

www.thinkaboutlife.org

 

The Rural Alberta Advantage bestachen als Trio, trotz des etwas froschig-nöligen Organs des Sänges, mit unschuldig ländlichem, Close-Harmony-Pop à la quebecoise. Im Hintergrund ein zickig rumpliges Schlagzeug...

www.theraa.com

 

Elisapie Isaac eine Inuit-Schönheit von raubtierhaftem Charme, aus dem entlegenen Siedlung Salluit/ Nunavik, bezauberte in der Chapelle du bon Pasteur auf der Rue Sherbrooke mit sonor gegurrten, teils in ihrer Muttersprache Inuktutit vorgetragenen Chansons.

www.elisapie.com

 

Ebendort löste das Trio Mark Berube & the Few zumindest das Versprechen einer unverbogenen frankokanadischen Musik ein.

www.markberube.com

 

Marie-Pierre Arthur pendelt zwischen Rock und frankophonem Country. Musik, die man liebt wie eine lokale Leckerei. Ob sie auch anderwärts so gut mundet, wage ich nicht zu sagen.

www.myspace.com/mariepierrearthur

 

Und hier ein paar Bands, die wir gerne erlebt hätten: Hollerado (Ontario)

www.myspace.com/hollerado

 

The Lovely Feathers (Montréal/ Quebec)

www.myspace.com/thelovelyfeathers

 

Random Recipe (Montréal)

www.myspace.com/randomrecipe

 

Besonderes Lob verdient die exzellente Organisation!

Für amüsante zweisprachige Konversation und ‚une compagnie super sympa’ danke ich ganz herzlich Marie Lamarre, ihres Zeichens Project Manager von M Pour Montréal. Bisoux de Stefan et moi!