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'Totaal Oraal' - Zwei Venloer Künstler visualisieren meinen 'Rap'

Auch wenn ich kein Poet bin und mich mehr als Handwerker in Sachen Text sehe, bei beim Projekt der Venloer Stichting Rondzien wollte ich dabei sein: Deutsche und niederländische Künstler lassen sich - ermutigt durch den Erfolg des Vorgängerprojekts 'Rond Frida (Kahlo)', die es als Wanderausstellung bis Antwerpen geschafft hatte - von Texten deutscher und niederländischer Schreiber inspirieren.

els winter
Das Foto zeigt Els Winter vor einer ihrer typischen, hier etwas kleineren Leinwände.

Diebisch  gefreut hatte ich mich, als mich Jos Deenen, ein notorisches Enfant Terrible der limburgischen Kunstszene, per Mail wissen ließ, dass er sich meiner Reime angenommen und auch schon eine Collage vorzuzeigen hätte. Beim Ortstermin in seinem Venloer Atelier auf der Parkstraat (Nähe Nolensplein) war ich denn auch platt von seiner Umsetzung.

Dass ich als Deutscher ein 'Gedicht' auf niederländisch eingereicht hatte, stieß nicht auf ungeteilten Beifall. Gegen Ende des letzten Treffs zum gegenseitigen Kennenlernen im Venloer Café De Maagdenberg sprachen mich zwei Damen an der Theke an: "Ist der Text 'Totaal Oraal' von Ihnen? Musste das denn sein? Und dann auch noch auf niederländisch..."

Als ich beim Kennenlerntermin die Liste der teilnehmenden Künstler und Wortartisten ausgehändigt bekam, las ich zu meinem Erstaunen einen weiteren Namen: Els Winter aus Steyl. Die geborene Amsterdamerin ist eigentlich Sprachlehrerin und als Malerin Autodidaktin. Dass sie sich für meinen 'Rap' mit dem (nur vordergründig) anzüglichen Titel entschieden hatte, machte mich neugierig. Leider war sie aber nicht anwesend und ich war, nachdem Jos Deenen ja bereits klar war, der einzige, der kein bildnerisch arbeitendes Pendant kennenlernte. Ich schrieb Els eine Mail, und sie lud mich ein, sie in Steyl zu besuchen.

In den letzten Jahren hatte sie, wie sich beim Atelierbesuch zeigte, wie viele andere niederländische Maler, eher mit gestischem Duktus gemalt. Bei ihren neueren Arbeiten dominieren flächig angelegte, reinfarbige Silhouetten mit deutlichem Pop-Appeal. Zwar wollte sie mir nicht verraten, welche Richtung ihre Interpretation von 'Totaal Oraal' nehmen würde, dennoch fühle ich mich bei Els gut aufgehoben.

Die Präsentation der Ende September fertiggestellten Interpretationen ist für November im Venloer 'Domani', einer ehemaligen Dominikanerkirche, und im Dezember in Nettetal-Lobberich geplant. Es erscheint ein zweisprachiger Katalog, dessen Redaktion Loek Gielen, Salvatore Minten und meine Wenigkeit übernehmen werden.