Interview mit Dirk Claesen

Die Besucher werden von einem lebensgroßen Elefanten empfangen, dessen Inneres ein Geheimnis birgt. Wer das Video vom Interview mit Dirk Claesen sieht, wird sich wahrscheinlich vor Lachen biegen.

Nichts für Zartbesaitete: Das aktuelle Plakat hält sich nicht mit den Äußerlichkeiten der biologischen Modelle auf. Es zeigt die naturalistisch in Kunststoff abgeformten Eingeweide eines belgischen Kaltblutpferdes, so wie sie beim Schlachten auf den Boden fallen. Da ist es beruhigend, dass sie nur nach Polyestherharz riechen.

Der nervenzerfetzende Schrei dieses Affen schein, wie seine Pose, eingefroren zu sein. Die raffinierte, mehrstufige Abformtechnik erlaubt es sogar, das originale Fell vom toten Tier auf den Kunststoffabguss zu übertragen.

Ein ebenso knorriger wie sympathischer Typ mit einem Händedruck wie ein Schraubstock ist Dirk Claesen. Mit überraschenden Einblicken in seinen Berufsalltag und ein paar knallharten Akedoten sorgte der Mann aus Hasselt für ein unterhaltsames Stündchen vor gut gefülltem Saal.

Kunst oder Handwerk? Vorbedingung für Claesens Meisterschaft ist zweifellos seine solide Ausbildung als ‘Meester Beeldhouwer’ an der Akademie in Antwerpen. Im Video klärt er ein paar spannende Fragestellungen u.a. zu Urheberschaft, Anmutungsqualitäten und Methodik von Präparaten und biologischen Modellen. Zu Claesens ‘Kundschaft’ zählen namhafte internationale Museen und Künstler.
Download: Impressionen der Ausstellung als MPG (38,5 MB)